Left 4 Dead meets Commandos


In unserem Preview-Video sah alles noch gut aus. Das deutsche Entwicklerteam Crenetic Studios packte gleich zwei bewährte Elemente zusammen: Zum einen sind Zombiespiele wie Left 4 Dead, Resident Evil, Dead Rising und Co. gefragter denn je, zum anderen beglückt man PC-Spieler mit einem längst vergessenen Spielprinzip aus der Vogelperspektive, das an Commandos oder Desperados erinnert. Darüber hinaus sahnte das Zombie-Strategiespiel Trapped Dead die Auszeichnung als „Bestes Actionspiel" beim Deutschen Entwicklerpreis 2010 ab. Da kann eigentlich nichts mehr schief gehen - dachten wir zumindest.

Unfertig

Matschige Texturen, unrunde Animationen, nervige Abstürze im 30-Minutentakt und eine nicht vorhandene KI - das war die traurige Bilanz unserer Vorab-Goldmasterversion, die wir einige Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart zum Testen erhalten haben. Der groß angekündigte Day-one-Patch fixte schlussendlich nur die Abstürze. Die restlichen Kritikpunkte sind nach wie vor existent. Zu allem Überfluss ist die Steuerung ein Graus, die jeglichen Komfort und etablierte Genre-Konventionen vermissen lässt. Attacken werden mit der rechten Maustaste ausgeführt - Schalter oder Türen müssen aber mit der linken Maustaste „aktiviert“ werden. Wer hat sich den Bockmist ausgedacht? Änderungen an den Voreinstellungen sind nicht möglich. Hinzu kommt ein bockiges Inventar, das auf die Benutzerbefehle teils überhaupt nicht reagiert. Auch nicht gerade „nett“: Die wichtigen Speicherpunkte (ein freies Speichersystem gibt es leider nicht) befinden sich meistens in der Nähe von ganzen Zombie-Gruppen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Entwickler auf einen Sichtkreis der wandelnden Leichen verzichtet haben. Aus diesem Grund wird das taktische Vorgehen in Trapped Dead zur Glückssache. Für ausreichend Frustmomente wurde also gesorgt.
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