Action-Fliegerei 2.0


Zum zweiten Mal lässt der französische Publisher Ubisoft seine Kampfjäger-Staffel H.A.W.X. in die Lüfte, diesmal um russische Aggressoren abzuwehren. Kann H.A.W.X. 2 den Vorgänger vom Himmel holen?

Die Handlung

Die lahme Story von H.A.W.X. 2, welche man mindestens 100 Mal schon so gehört hat, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Eine Truppe Ultranationalisten spannt Terroristen vor ihren Karren, die ihrerseits etwas mit Putschisten zu tun haben. Mit anderen Worten: Böse Männer planen die russische Regierung zu stürzen und benutzen Anschläge als Ablenkung, um einen Putschversuch durchzuführen. Wer der Geschichte folgt und sich ein wenig auskennt, könnte fast meinen, es mit einem Modern Warfare-Teil zu tun zu haben. Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt, es gibt Verrat in den eigenen Reihen, Selbstaufopferung, eine verdammt große Explosion. Und sogar der Versuch, eine Art moralisches Dilemma beim Spieler zu erzeugen wurde übernommen. Schade, dass die pixeligen Zwischensequenzen kaum Atmosphäre aufkommen lassen.

Mehr Abwechslung

Es ist spür- und sichtbar, dass zumindest der Versuch unternommen wurde, im Vergleich zum Vorgänger eine Schippe draufzulegen und insgesamt mehr von allem anzubieten. Das betrifft beispielsweise die Missionsgestaltung, die im zweiten Teil deutlich abwechslungsreicher erscheint. Ihr beginnt eure Kampfaufträge in der Regel nicht mehr grundsätzlich in der Luft schwebend, vielmehr dürft ihr bei Start- und Landephasen häufig selbst zum Controller greifen. Die Flieger in die Luft zu bugsieren, ist nicht weiter schwierig, hier genügt ein Knopfdruck zum Starten der Maschine und schon geht’s über das Rollfeld ins Gefecht.

Die Landungen auf Flughäfen und Flugzeugträgern fallen für einen Arcade-Simulator erheblich anspruchsvoller aus, auf Wunsch lässt sich jedoch auch das ESR-Leitsystem zuschalten. Seine Bedeutung und Integration in den Spielablauf wurde - wie auch die des Off-Flugmodus - deutlich reduziert. Die technischen Unterstützungssysteme kommen nur noch sporadisch zum Einsatz. Beispielsweise beim Anflug auf das Tankflugzeug, das ihr nach einigen geglückten Aufträgen innerhalb eines Zeitlimits anfliegen müsst.

Im Tohuwabohu der Luftkämpfe die Übersicht zu behalten, ist gar nicht so einfach. Die 20 Missionen sind insgesamt fordernder ausgefallen als im ersten Teil, befinden sich für Normalspieler teilweise hart an der Frustrationsgrenze. Während die Aufgabenvielfalt gestiegen ist, bewältigt ihr etwa Bombardements bei Nachtflügen, fangt aus Silos startende Raketen ab, an anderer Stelle unterstützt ihr mit eurem Jet Bodentruppen oder schützt den Kreml vor anrückenden Rebellen.

Immer wieder versetzt euch das Geschehen zudem an den Steuerknüppel ferngesteuerter Drohnen beziehungsweise an die unterschiedlichsten Geschütze hochspezialisierter Bomber - Call of Duty lässt grüßen. Diese Missionen sind jedoch entweder ein regelrechter Verfolgungs- und Abhörungs-Chillout aus luftiger Höhe oder arten in zielgerichtetes Zerstören im Stile von Missile Command aus. Anders dagegen die Fliegeraufträge, denn hier müsst ihr häufig mehrere Aufgaben gleichzeitig oder parallel erledigen und steht dabei oft noch unter Zeitdruck. Ebenfalls sehr nett: Im Gegensatz zum Vorgänger seid ihr dabei kein ständiges Mitglied der Elite Flieger des H.A.W.X.-Geschwaders, sondern tretet auch in den Dienst der russischen Luftwaffe, der britischen Marine und der U.S. Airforce.
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