Zombie-Quickie


Um uns die Wartezeit auf Episode 2 etwas zu verkürzen hat Entwicklerteam Telltale Games den knapp fünf Euro günstigen DLC „400 Days“ für die erste Episode von The Walking Dead: The Game auf den Download-Markt gebracht. Was wir an dieser Stelle bereits verraten dürfen: Wer das Hauptspiel mochte, muss diesen DLC gespielt haben!

Fünf Episoden

Theoretisch soll „400 Days“ die Lücke zwischen der ersten und der für Herbst geplanten zweiten Staffel schließen. Die Betonung liegt aber auf „theoretisch“, denn der DLC wird diesem Anspruch nicht unbedingt gerecht. Obwohl unsere Entscheidungen aus der ersten Staffel eingelesen werden, halten sich die sichtbaren Auswirkungen in sehr überschaubaren Grenzen. Es kommt aber noch viel „schlimmer“: Die meisten Fragen aus Episode 1 bleiben nach wie vor unbeantwortet und zu allem Überfluss kommen sogar neue hinzu. Genau darin allerdings liegt die Stärke dieser Übergangsepisode. Es gibt keine Geschichte im herkömmlichen Sinne, stattdessen bekommen wir fünf Mini-Episoden geboten, die zwischen 20 und 30 Minuten lang sind. Im Mittelpunkt steht jeweils ein neuer Charakter, aber über die werden wir an dieser Stelle kein Wort verlieren, denn 400 Days bezieht seinen Reiz nicht zuletzt daraus, dass wir eben nicht wissen, mit wem wir es eigentlich zu tun haben.

Aufgrund der kurzen Spielzeit bleiben die „Helden“ recht „blass“ - eine emotionale Bindung können wir zu keinem der Charaktere aufbauen. Immerhin: An einigen Stellen können sich die einzelnen Kurzgeschichten überschneiden, auch wenn sie zeitlich versetzt in einem Rahmen von 400 Tagen stattfinden. Trotz dieser Struktur laufen alle Handlungsstränge in einem kurzen Epilog zusammen und ignorieren die innerhalb der Episoden getroffenen Entscheidungen größtenteils.

Eine der großen Stärken von 400 Days sind die knallharten Entscheidungen. Der DLC konfrontiert uns nicht nur mit ungewöhnlich vielen moralischen Dilemmas, sondern auch mit ungewöhnlich guten, weil schwierigen.


Technik

Die Grafik ist in einem hübschen Comicstil gehalten und geht auch bei der Darstellung der Gewalt nicht wirklich zimperlich zu Werke. Mimik und Gestik der Figuren wirken glaubhaft und hinterlassen einen sauberen Eindruck. Lediglich ein paar steife Animationen trüben den Gesamteindruck etwas. Erfreulich: „400 Days“ wird mit einem deutschen Untertitel ausgeliefert. Schade bloß, dass die Texte voller Rechtschreib- und Grammatikfehler sind.
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