Slightly Mad Studios sah sich nach den jüngsten Bestechungsvorwürfen offenbar erneut zu einer Stellungnahme bezüglich der Benachteiligung von AMD-Grafikkarten bei Project Cars gezwungen.
In einem ausführlichen Statement werden einige Dinge erneut klargestellt und noch offene Fragen geklärt:
• Project Cars ist kein GameWorks-Produkt. Wir haben eine gute Arbeitsbeziehung zu Nvidia und dasselbe gilt auch für AMD. Aber wir haben unsere eigene Render-Technologie, die alles abdeckt, was wir brauchen.
• Nvidia ist kein Sponsor des Projekts. Unser Unternehmen hat keine finanzielle Unterstützung von Third-Party-Hardware-Unternehmen erhalten und würde dies auch nie erwarten.
• Die Madness-Engine treibt PhysX mit nur 50Hz an und nicht mit 600Hz, wie in einigen Artikel behauptet.
• Die Madness-Engine nutzt PhysX für die Kollisionserkennung und dynamische Objekte, was lediglich einen kleinen Teil des gesamten Physik-Systems darstellt.
• Die Madness-Engine nutzt PhysX nicht für das SETA-Reifenmodell oder für die Chassis-Constraint-Solver (zwei der teuersten Physik-Sub-Systeme bei uns)
• Die Madness-Engine nutzt PhysX nicht für die KI-Systeme oder für Raycasting, wir nutzen dazu eine optimierte Lösung.
• Das Physik-System läuft komplett unabhängig vom Rendering und den Main-Game-Threads und greift dazu auf zwei Kerne mit 600Hz zurück
• Das Physik-Threading interagiert nicht mit dem Rendering, es ist ein Push-System, das aktualisierte Positions-Informationen mit 600Hz an die Render-Bridge sendet
• Jegliche Performance-Unterscheide zu PhysX würden sich nicht durch Unterschiede in den zu vergleichenden Rendering-Framerates niederschlagen. Es gibt keine Interaktion zwischen PhysX und dem Rendering.
• Insgesamt nutzt PhysX weniger als 10 Prozent aller Physik-Thread-CPU auf dem PC. Das ist lediglich ein kleiner Teil des Physik-Systems, weshalb es keine visuellen Unterschiede geben würde, wenn man es auf CPU oder GPU laufen ließe.
• Die direkte Einbeziehung von Nvidia und AMD war hinsichtlich der Unterstützung mit der Game-Performance in diversen Phasen der Entwicklung sehr fruchtbar. Sowohl AMD als auch Nvidia hatten stets Zugriff auf Working-Builds des Spiels und sie beide haben diese Builds getestet und uns ihre Ergebnisse mitgeteilt sowie Vorschläge für eventuelle Verbesserungen gemacht.
• Das Testen des Spiels mit verschiedenen Treiber-Versionen hat eine Vielzahl an Performance-Ergebnis mit Nvidia- und AMD-Hardware erzielt. Und das ist auch so zu erwarten gewesen, denn Treiber-Änderungen können nicht immer mit jedem Spiel und jeder Grafikkarte getestet werden. Das ist der Grund dafür, warum die beiden Unternehmen auf das Spiel abgestimmte Treiber-Profile erstellt haben. So stellen sie sicher, dass sie das Beste aus dem Spiel herausholen.
• Project Cars nutzt keine spezifische Partikel-Technologie von Nvidia. Das System, das wir nutzen, ist eine modifizierte Version derselben Technologie, die wir bereits bei Need for Speed: Shift und Shift Unleashed genutzt haben. Sie wurde komplett intern entwickelt. Der Grund für die Performance-Einbrüche bei sehr vielen Partikeln auf dem Bildschirm ist ganz einfach die intensive Verarbeitung einer größeren Anzahl gleichzeitig zu berechnender Partikel.
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.
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