Handeln


Eine Freude für Fans von Handelssimulationen. Patrizier IV in aufpoliertem Outfit und einem enormen Tiefgang.

vom Krämer zum Handelsimperator

Nach dem Motto „Alles ist möglich“, fängt der Spieler als kleiner Krämer an, in einem kleinen Nest namens Lübeck. Ein wenig Startkapital und eine Schnigge (kleines Schiff mit einem Fassungsvermögen von 200 Fässern) helfen uns die ersten Handelsaktivitäten zu tätigen. Ein Blick auf die Markthalle offenbart uns was vorrätig ist. Wir kaufen Nahrung und Salz. Ein Blick auf die Weltkartenansicht zeigt uns Städte im Norden Europas, mehr ist noch nicht einsehbar. Neben den Namen der Städte sieht man kleine Icons die den aktuellen Bedarf an benötigten Rohstoffen zeigen. Also schippern wir zur nächst gelegenen Stadt die Nahrung oder Salz braucht. Dort angekommen verkaufen wir was wir an Board haben und kaufen im Gegenzug Waren ein, die wir wieder woanders loswerden können. Bärenfelle, Holz und Metall fehlen in unserer Heimatstadt. Zuhause angekommen verkaufen wir die Rohstoffe wieder an die Markthalle und ernten dafür einen satten Gewinn sowie Ansehenspunkte. Letzteres ist für den weiteren Spielverlauf nicht unerheblich, da wir uns ja irgendwann auch nach oben arbeiten wollen, denn das Amt des Bürgermeisters sieht sehr verlockend aus. Doch zuerst muss man ein ordentliches Vermögen anhäufen um im Rang zu steigen, der in vier Stufen bis zum Großhändler führt.

Ist dies erreicht, liegt es an den Ansehenspunkten um in den Stadtrat zu gelangen und von dort mehr Stimmgewicht bis zur Bürgermeisterkandidatur zu erlangen. Danach gilt es als Edelmann tituliert zu werden, was auch mit dem Aufbau der Stadt zu tun hat. Denn abgesehen vom Handel kann man sich auch als Bauherr betätigen und Mietshäuser bauen lassen. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit Produktionsstätten zu errichten die Salz, Hanf, Werkzeug und Getreide produzieren. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der Gilde, die die eigentlichen Zügel in der Hand hält. Spenden für Arme, Beten für Erfolg oder Gesundheit helfen gelegentlich auch der Entwicklung auf die Sprünge. Aber damit es nicht zu einfach wird, bekommen wir nette Zeitgenossen wie ehrgeizige Nebenbuhler, die auch nach dem Amt des Bürgermeisters streben oder Piraten. Die Bösewichte und Schrecken der Meere überfallen uns zwar nicht allzu oft, aber sie stören das Gleichgewicht und gewinnen an Stärke wenn man nichts gegen sie unternimmt. Mit fortgeschrittenem Spielstand lässt sich durch eine Expedition in südlichere Gefilde auch die Weltkarte erweitern, was neue Handelsrouten ermöglicht und natürlich auch neue Piraten anlockt.

Handelsrouten und Kanonen

Dank zahlreicher aber auch leicht umständlich angeordneter Menüs, bekommt man einen Tiefgang geboten der Anfänger abschrecken dürfte. Die kargen Erklärungen zum Handling der Menüs erschweren den Zugang zusätzlich. Doch mit ein bisschen Probieren bekommt man das Wichtigste relativ schnell heraus. Wir legen Handelsrouten über die Weltkarte fest, fixieren Waren mit denen gehandelt werden soll, können aber auch manuell unsere Flotte schicken wohin wir wollen. Doch mit wachsendem Erfolg artet dies in Stress aus. Mit dem Auftauchen der Piraten sollte man auch seine Schiffe etwas aufrüsten indem man in der Schiffswerft Kanonen montieren lässt. Doch leider kosten die dicken Wummen Laderaum. Also steht der Kauf eines größeren Schiffes schneller an als uns lieb ist. Nebenbei müssen wir für Wohlstand in unserer Heimatstadt sorgen und den Handel weiter forcieren, denn der KI-Gegner erreicht den Titel des Bürgermeisters schneller als wir, was nicht heißt dass wir ihm diesen Titel nicht mehr abnehmen können. Die Ansehenspunkte kann man übrigens auch in jeder anderen Stadt ernten, wenn man sie nicht bis zum letzten Rohstoff aussaugt und oft liefert was sie am dringendsten brauchen. Mit der Zeit weiß man, was welche Region am meisten produziert und am dringendsten braucht. Etwas Würze und Spannung bringen Aufträge, die man in jeder Stadt annehmen kann. Meistens sind dies auf Zeit gebundene Lieferaufträge oder Nottransporte. Manchmal auch die Bekämpfung eines Piratennestes. Doch dafür sollte man schon eine ordentliche Flotte sein Eigen nennen. Die Belohnungen für rechtzeitig erledigte Aufträge sind sehr unterschiedlich, aber meistens recht gut bezahlt. Erschwerend kommen noch Belagerungen von Städten und Seuchen hinzu, die laufende Handelsrouten stören.
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