Star Wars + Kinect = richtig cool?


Seid ihr bereit für euer eigenes Lichtschwert? Seid ihr bereit vor eurem TV den Hampelmann zu machen und kräftig zu schwitzen? Dann wäre dieses Game wohl ein Thema, aber lasst uns doch mal vorschwitzen, und ausführlich berichten.

Möge die Macht mit dir sein

Die ist doch immer mit mir, dachte ich nebenbei als ich mir den Vorspann reinzog. Kampagne, Start und los geht’s. Die ersten Eindrücke von der gamescom 2011 waren schon etwas verblasst und mit einem Schlag wieder da: Die Steuerung…die flach eingeleitete Story bekommt man sowieso nur am Rande mit, da man mit den körperlichen Ressourcen haushalten muss. Wie auch schon bei der BOX-Sim für Wii oder genreverwandten Games, wo Armeinsatz gefragt ist, weiß man wo die Grenzen liegen, und da macht ein virtuelles Lichtschwert keine Ausnahme. Die Fuchtelei ermüdet den Spieler schneller als ihm lieb ist. Lasergeschosse abwehren in dem man großzügige Bögen durch die Luft zieht, sieht gut aus und meistens wehrt man dies auch erfolgreich ab, sofern noch Saft in den Ärmeln schlummert. Im Nahkampf ertappt man sich immer öfter dabei, den Gegner nicht zerschneiden zu wollen sondern zu erschlagen. Eigentlich völlig hirnrissig da man ja mit einem Lasersaber null Kraft benötigt um Körper oder Druiden zu zerschneiden. Auch würde oft schon eine Bewegung mit dem Handgelenk genügen um das Schwert von links nach rechts zu bewegen, worauf allerdings der Sensor gar nicht reagieren möchte. Also ausholen und zuschlagen. Zum Glück bleibt uns der Lauf am Stand erspart, denn mit einem Schritt nach vorne bewegt man sich auf unsichtbaren Gleitschuhen oder etwas ähnlich schwebendem. Dazu aber im Bereich Steuerung mehr.

Rancor & Co

Da die Schnitzerei mit dem Lichtschwert nonstop zu anstrengend wäre, haben sich die Entwickler etwas an Abwechslung einfallen lassen. Daher kommt man im Verlauf der Story auch zu Schlachten in fliegenden Vehikeln, wobei man da, ganz einem Rail-Shooter gleich, einzig für das Fadenkreuz verantwortlich ist. Was optisch dank der Effekte wesentlich mehr bietet als der Bodenkampf. Doch leider sind diese Einlagen recht kurzzeitig eingestreut. Davon hätte man gerne längere Passagen gespielt. Weiters wird man auch mit mehreren Minispielen konfrontiert, die auch für humorvolle Abwechslung sorgen bei denen man mitunter auch tanzen muss. Ein Highlight ist zum Beispiel der Amoklauf mit einem Rancor Monster, das man aus dem Titel „Die Rückkehr der Jedi Ritter“ kennt, bei dem man das gewaltige Ungetüm durch die Gegend steuert und zerstört was einem im Wege steht. Damit man nicht alleine die Galaxie retten muss, ist es auch einem zweiten Spieler möglich, ohne viel Aufwand sich dem Geschehen anzuschließen, auch wenn man schon mittendrinnen im Geschehen ist. Ach ja, hätte ich fast vergessen: auch ein Pod-Rennen ist in die Story integriert, das aber im Film wesentlich imposanter rüberkommt als im Spiel.

Steuerung

Kinect ist ein Thema für sich, teilweise genial und überraschend genau, dann wieder komplett daneben oder überhaupt nicht anzusprechen. Die Vorwärtsbewegung wird mit einem Schritt nach vorne eingeleitet, ebenso zu den Seiten, die ebenfalls einen „deutlichen“ Schritt verlangen. Einmal wird der Schritt nicht erkannt, dann wiederum steht man mitten im Gegner, den man eigentlich auf Schwertdistanz halten möchte. Beim Probieren der Schwertbewegung, unterstützt von der Akustik, zaubert sich ein Grinsen ins Gesicht des Spielers, doch im Einsatz tut es leider nicht immer das was man möchte. Speziell bei Seitwärts geführten Hieben plagt sich der Sensor bei der Erkennung. Auch den Einsatz der Macht, den man mit den Armen einleitet, muss man sich manchmal schwer erkämpfen. Ebenfalls nicht nachvollziehbar, dass Kinect stellenweise noch immer so mit dem Timing hinterher hinkt, oder bei Passagen schwächelt, die eigentlich recht simpel zu erkennen sein müssten. Liegt es am Sensor oder an der Programmierung?


Zwiespältig

Wer sich an diverse bombastisch wirkende Schauplätze in den letzten drei Teilen erinnert, der wird auch im Spiel gelegentlich überrascht. Hochglänzende Marmorfußböden, riesige prunkvolle Säulen und vieles mehr was das Auge verwöhnt. Leider bekommt man dies als Spieler, genauso wie die Story kaum mit. In anderen Situationen bekommt man allerdings auch weit weniger ansehbare Bereiche zu Gesicht, welche die Leistung einer Xbox 360 verhöhnen. Effekte wie bei den unterschiedlichen Schlachten im Raum oder über der Planetenoberfläche können sich fast alle sehen lassen, das ist Star Wars Feeling pur.

Immer noch Gänsehaut

Schon beim ersten Star Wars Film lief mir die Gänsehaut, und da war ich gerade mal neun Jahre jung, als die Musik und der unverkennbare Vorspann abliefen. Ich weiß auch nicht wie oft ich diese Filmmusik mittlerweile gehört habe, aber sie lässt bei mir jedes Mal aufs Neue eine Form von Spannung und großer Erwartung aufkommen, wenn ich einen Ableger dieses Fantasy-Epos in das Laufwerk einlege. John Williams Musik tut auch hier seine Wirkung und liefert dem Spieler den besten musikalischen Hintergrund den man sich bei diesem Genre wünschen kann. Bei den Effekten verhält sich das ebenso, das brummen der Lichtschwerter ist ident zu der Akustik in den Filmen etc. etc. Nur bei der Sprachausgabe, und das wundert mich eigentlich, hat man etwas gepatzt. C3PO wirkt mehr nervig als unterhaltend, die Sprecher der anderen Charaktere überzeugen auch gerade mal so.
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