Ich lebe!


Das nennt man wohl Ironie des Schicksals: Ausgerechnet ein Spiel, das vom Kampf ums Überleben handelt, musste selbst um sein Fortbestehen bangen! Denn I Am Alive hat einen ereignisreichen Entwicklungseiertanz hinter sich: Zuerst angekündigt, dann eingestellt, dann komplett neu programmiert und zum Downloadspiel umfunktioniert. Angesichts dieser Historie wundert es umso mehr, dass sich das finale Produkt durchaus sehen lassen kann.

Ein Jahr danach…

Obwohl ich nur vier Stunden im Flieger unterwegs war, brauchte ich fast über ein Jahr zurück nach Haventon. Die Stadt liegt in Schutt und Asche. Die Sichtweite beträgt gerade einmal ein paar Meter - die Staubkonzentration in der Luft ist nach wie vor unerträglich hoch. Ob ich in dieser menschenunfreundlichen Umgebung tatsächlich meine Familie finde? Ich sollte diese negativen Gedanken schnell verdrängen, denn ich brauch meine gesamte Kraft für das nächste Hindernis. Nur mit Mühe und Not überwinde ich die zerstörte Brücke. Zum Glück habe ich mir eine Wasserflasche aufgehoben, die wird meine Kraftreserven wieder auffrischen. Auf der anderen Seite finde ich einen Verbandskasten. Sehr praktisch - vor allem wenn ich in einer möglichen Auseinandersetzung verletzt werde. In einer dunklen Gasse treffe ich auf zwielichtige Gestalten. Mein Bauchgefühl sagt mir „Hau bloß ab!“ - was ich auch schlussendlich mache. Ich hätte den Burschen zwar mit meiner kugellosen Pistole drohen oder zur Machete greifen können, doch ich vermeide generell Streit. Schließlich habe ich pro 45-Minuten-Episode nur drei Neustartmöglichkeiten ("Continues") in Form von Videofilmen. Sind diese aufgebraucht, wird auch der aktuelle Speicherpunkt gelöscht - und ich muss den Level wieder von vorne angehen. Ich könnte mir zwar weitere Coninues holen, doch diese gibt es nur im Tauschgeschäft für Verbandskästen - und die brauch ich selbst sehr dringend.


Nach einem Abstecher in meiner Wohnung bin ich erneut den Tränen nahe - meine Frau hat mir eine Nachricht hinterlassen. Sie ist mit meiner Tochter in ein Evakuierungszentrum gegangen - ob ich sie dort finden werde? Fakt ist, dass ich in den nächsten Stunden noch ein paar Klettereinlagen meistern muss. Ganz schön anstrengend sind vor allem die Sprünge, welche meine Ausdauerleiste jeweils um ein Fünftel leeren. Bin ich mit meinen Kräften am Ende, droht der Absturz in die Tiefe - nur das wilde Gehämmere auf die Schultertasten des Gamepads kann mich dann noch retten. Der Nachteil dieser Rettungsaktion: Sie senkt sukzessive den Maximallevel meiner Konditionsanzeige! Es ist wirklich erstaunlich, wie gut Ubisoft Shanghai durch diese simple Mechanik das Gefühl der Verzweiflung erzeugt. Ich ertappe mich ständig dabei, wie ich jede Häuserwand nach einer möglichst schonenden Kletterroute absuche und dann beim Aufstieg in Panik verfalle, wenn irgendwas schief geht.

Trotz dieser zahlreichen Probleme bin ich froh darüber, dass ich noch am Leben bin…und hoffentlich meine Familie auch.
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1 Kommentar
#1 Patrick am 04.01.2013 um 14:28
Hiho Christoph....

ich weiss nicht wie du da eine 8 für die bedienung reintun konntest.... was die bewegungs animationen betrifft bin ich von dem game sehr enttäuscht. beim klettern checkt der charakter oft nicht was er machen soll, oder er geht gleich in eine verbuggte schleife, is mir vorhin 2x passiert... generell ist die steuerung unter aller sau meiner meinung nach... und ich hab erfahrung in diesem genre, ich hab alle tomb raider durchgezockt als sie rauskamen (angefangen beim 1er).... und ich muss sagen selbst tomb raider 1 hat eine genauere steuerung.

ich finde das spiel baut ausschliesslich auf frust auf und deshalb hat das konzept nicht wirklich viel geld eingebracht....

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