Stealth-Vampir


Die deutsche Antwort auf Ubisoft’s Splinter Cell-Serie heißt „Dark“ und kommt vom Publisher Kalypso Media. Statt einem Superagenten mit coolen Gadget spielen wir einen Vampir wider Willen. Ob das Konzept aufgegangen ist?

Handlung

Dark verzichtet auf ein spannendes oder gar spektakuläres Intro. Stattdessen bombardiert uns das Spiel gleich zu Beginn mit vielen offenen Fragen - denn unser Held Eric Bane hat sein Gedächtnis verloren. Viel schwerer wiegt in Dark, dass Eric seit kurzem Vampir ist - und leider keine Ahnung hat, wer ihn ins Reich der Blutsauger befördert hat. Dabei ist eben dieses Wissen essenziell für seine weitere Zukunft als Untoter: Findet er seinen Erschaffer nicht, wird er zum seelenlosen Ghul.

Gewohntes Konzept

Damit Eric nicht zum Monster wird, dienen mächtige Alt-Vampire als „Durstlöscher“. Positiver Nebeneffekt: Wir bekommen immer mehr neue Fertigkeiten spendiert. So ist es ihm möglich, schnell von einem Ort zum anderen zu teleportieren, Feinde durch Gedankenmanipulation abzulenken oder sich unsichtbar zu machen. Das Gameplay selbst erinnert frappierend an Stealth-Actiontitel wie zum Beispiel Splinter Cell oder Metal Gear Solid. Da wir keine Fernkampfwaffen einsetzen können, müssen Kontrahenten aus nächster Nähe erledigt oder blutleer gesaugt werden. Darüber hinaus müssen wir Wände, Tonnen und andere Gegenstände als Deckung nutzen, damit wir nicht entdeckt werden. Doch leider funktioniert das Stealth-Gameplay an vielen Stellen nicht wie gewollt. Da wäre zum Beispiel die extrem hakelige Steuerung, die Eric immer wieder zu weit oder falsch laufen oder an Vorsprüngen hängenbleiben lässt - wenn dann mal wieder der Alarm ausgelöst wird, obwohl der Spieler sich keiner Schuld bewusst ist, kommt rasch Frust auf. Darüber hinaus haben die Entwickler -vor allem in den ersten Missionen- viel zu viele Gegner in den einzelnen Räumen platziert. Als Spieler kann man somit nur selten an sämtlichen Feinden vorbeischleichen - oftmals kommt es zum ungewollten Kampf. Und damit es noch unfairer wird, können die Soldaten im Laufe des Spiels auf immer mehr Hilfsmittel wie Bewegungssensoren und UV-Licht zurückgreifen. Ebenfalls sehr nervig: Weil man im normalen Schwierigkeitsgrad nicht beliebig häufig zwischen Checkpoints speichern darf, bleibt das häufige Wiederholen vieler Passagen nicht aus.


Technik

Optisch macht Dark ebenfalls keine gute Figur. In den Levels mangelt es an Details, die Animationen sind stocksteif und darüber hinaus leidet das Programm an zahlreichen Clippingfehlern. Immerhin: Der Cel-Shading-Stil hat durchaus Potenzial. Die düsteren Schauplätze und die begleitende Musik sind teilweise durchaus stimmig, die deutsche Sprachausgabe wirkt arg aufgesetzt.
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